Formen der Gruppenpsychotherapie

Es gibt verschiedene Begriffe, auf die man stößt, wenn man sich zur Gruppenpsychotherapie informiert. Hier erläutern wir Ihnen diese kurz und übersichtlich. Sie interessiert eine bestimmte Form, klicken Sie einfach auf die Bezeichnung, um direkt zu dem Abschnitt zu gelangen:
Hinweis: Zu Beginn jeder Psychotherapie (egal ob Gruppe, Einzel oder digital) findet eine Sprechstunde in einem Eins-zu-Eins Gespräch statt, hier bespricht man unter anderem gemeinsam die Möglichkeiten und den weiteren Weg.
Auf dem Bild sehen Sie den Weg in die Psychotherapie. Schnell wird deutlich, es gibt nicht „Die Psychotherapie“, sondern viele verschiedene Wege und Möglichkeiten. Der Weg in die Psychotherapie bleibt, egal ob die Therapie digital oder vor Ort durchgeführt wird, gleich. Gruppenpsychotherapie kann auch online stattfinden.
Alle Gruppen der Psychotherapie dauern 100 oder 50 Minuten. Bei 50 Minuten erhöht sich die Anzahl der Sitzungen entsprechend.
Formen der Gruppenpsychotherapie

Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung

Diese Form der Gruppe ist optional und wird nicht von jeder Praxis angeboten. In der Gruppentherapeutischen Grundversorgung soll ein einfacher Zugang zur Gruppe zu ermöglicht werden. Personen ohne Vorerfahrung mit Gruppentherapie empfinden häufig eine höhere Hemmschwelle, mit dieser Form der Psychotherapie zu beginnen. Viele stellen sich Fragen wie „Warum soll ich mir die Probleme anderer anhören, ich habe selbst genug?“ oder Überlegungen wie „Ich würde gerne nur an meinem eigenen Problem arbeiten“. Wer hingegen die Gruppentherapie beispielsweise aus einem stationären Setting kennt, steht der Therapieform häufig offener gegenüber, da diese Personen die Wirkmechanismen bereits kennengelernt haben. Um nun genau diese ersten Erfahrungen in der Gruppe zu ermöglichen, können Psychotherapeut*innen Interessierten anbieten, nach der Sprechstunde an der Gruppentherapeutischen Grundversorgung teilzunehmen. In der Gruppe informiert der Psychotherapeut oder die Psychotherapeutin über psychische Störungen sowie über Arbeitsweise und Wirkmechanismen, Chancen und Nutzen einer Gruppentherapie. Gleichzeitig geht es aber auch um eine erste Symptomlinderung.

Probatorik in der Gruppe

Der Begriff „Probatorik“ kommt von dem lateinischen Wort „probare“ für „ausprobieren“. Das Ziel ist es, zu schauen, ob die Chemie zwischen Ihnen stimmt
Wegen der abweichenden inhaltlichen Zielsetzung der Gruppentherapeutischen Grundversorgung und der Probatorik, finden vor dem Beginn jeder Richtlinientherapie mindestens zwei probatorische Sitzungen statt.
  • Nach einem Termin in der Sprechstunde oder der Gruppentherapeutischen Grundversorgung.
  • 3 bis 9 Klient*innen können teilnehmen.
  • Wird nicht von den Kontingenten der Richtlinien-Psychotherapie abgezogen.
Ihre gesetzliche Krankenkasse übernimmt bis zu vier „Probesitzungen“ à 50 Minuten bei Erwachsenen und bis zu sechs Sitzungen bei Kindern und Jugendlichen.

Kombinationstherapie Einzel und Gruppe

Bei dieser Durchführungsform werden Gruppensitzungen und Einzelsitzungen kombiniert. Wenn eine Kombinationstherapie angegeben ist, könnte die Therapie aber auch komplett in der Gruppe stattfinden, das wird gemeinsam mit dem oder der Psychotherapeut*in besprochen. So kann es vorkommen, dass Sie beispielsweise bei einem oder einer Psychotherapeut*in die Einzelgespräche durchführen und bei einem oder einer anderen die Gruppensitzungen.
Von zwei Therapeut*innen geleitete Gruppen
In der gleichen Verfahrensart (z.B. bei Verhaltenstherapie) kann die Gruppe von zwei Psychotherapeut*innen geleitet werden. Ein Vorteil der gemeinsamen Leitung kann sein, dass verschiedene Perspektiven aufgezeigt werden.
3 bis 9 Gruppenmitglieder haben einen oder eine Psychotherapeut*in als sogenannte Bezugstherapeut*in. Bei gemeinsamer Leitung besteht die Gruppe aus 6 bis 14 Klient*innen.
Richtlinien-Gruppenpsychotherapie
Die eigentliche Richtlinientherapie (Psychotherapie) beginnt mit einer sogenannten Kurzzeittherapie mit 24 Sitzungen. Im weiteren Verlauf wird gemeinsam besprochen, wie lange Sie an den Sitzungen teilnehmen.
  • 3 bis 9 Klient*innen können teilnehmen.
  • 100 Minuten Einheit
  • Kann auch auf 50 Minuten geteilt werden.
  • Nach jeder 10. Sitzung ist eine zusätzliche Einzelsitzung möglich.
Gruppe per Video
Die Gruppen können digital mit einem zertifizierten Videodienstanbieter angeboten werden. Diese Zertifizierung ist eine Voraussetzung, die von der Kassenärztlichen Vereinigung, vor allem zum Schutz der Daten vorgegeben ist. So ist beispielsweise eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung ein Muss. Es sind andere Videodienstanbieter als die gängigen, die Sie aus dem Alltag kennen (z.B. Zoom oder Teams).
  • Max. 8 Teilnehmende + Psychotherapeut*in
  • Örtliche Nähe soll gegeben sein
  • Vereinbarungen vorab: Wie Sitzungen bei technischen Schwierigkeiten fortgesetzt werden und welche Schritte bei Eigen- oder Fremdgefährdung ergriffen werden.
Quellen